Über +Munch

Für 2015 und 2016 hat das Munchmuseum eine ehrgeizige Ausstellungsserie mit dem Titel +Munch geplant. Sie wird Edvard Munchs Werk in Verbindung mit sechs anderen Künstlern der Reihe nach beleuchten: Bjarne Melgaard, Vincent van Gogh, Gustav Vigeland, Robert Mapplethorpe, Jasper Johns und Asger Jorn.

Die Reihe der ausgewählten Künstler reicht also von Zeitgenossen Munchs bis zu Vertretern späterer Generationen bis hin zu Künstlern der Gegenwart. Schon allein die Tatsache, dass in Norwegen zum ersten Mal Künstler wie Van Gogh, Jasper Johns oder Robert Mapplethorpe mit größeren Werkschauen vertreten sein werden, ist eine Sensation, die bereits ein Licht auf die kommenden Ausstellungen des neuen Munchmuseums werfen, das in knapp fünf Jahren eröffnet werden wird. Neben den Werken Munchs wird das Museum auch Werke der Moderne und zeitgenössische Kunst aus der Stenersen-Sammlung auf dem Programm haben. Nicht zuletzt werden wir dank der Möglichkeit, die Munch-Sammlung aktiv nutzen zu können, internationale Ausstellungen zeigen, die wir früher nicht nach Norwegen hätten holen können. Anstatt Munch als isolierte Gestalt darzustellen, wird das Museum ihn stets im Bezug zu den Werken anderer Künstler betrachten. So soll neues Verständnis geweckt und ergiebige kunstgeschichtliche Perspektiven auf Munchs Werk erschlossen werden. Dies wird auch dazu beitragen, Munchs Werk im Verhältnis zur Gegenwart neu zu verorten.

Die Ausstellungen der kommenden Jahre sind als Gegenüberstellung und Austausch zwischen jeweils zwei Künstlern konzipiert. Durch diese paarweise Bezugnahme wird den Werken der Künstler neuer Sinngehalt verliehen. Das kann natürlich wechselseitig sein, wie jede Beziehung. Die Gegenüberstellung wird zwischen Konfrontation und Gegensätzen einerseits und Beeinflussung und Gemeinsamkeiten andererseits pendeln. In manchen Fällen handelt es sich um einen direkten Dialog, in anderen Fällen wiederum um Parallelen, die wir erst im Nachhinein entdecken, oder aber auch um Mischformen aus beidem.