EDVARD MUNCH. ZWISCHEN UHR UND BETT

EIN KONZENTRIERTER BLICK AUF EDVARD MUNCH ALS MALER

Munchs Bilder haben eine besondere Fähigkeit, Menschen zu bewegen. Sie treffen einen bestimmten Nerv im Betrachter, ganz egal wo sie oder er herkommt. Auch wenn sich unser Verständnis von Munch mit den Jahrzehnten verändert hat, so hat doch sein Werk nichts von dieser Anziehungskraft verloren. Als junger Künstler machte Munch eine Kehrtwende. Er wandte sich von Realismus und Impressionismus ab und verschrieb sich dem Wunsch, Stimmungen und Gefühle in seinen Bildern zum Ausdruck zu bringen. Als Inspiration diente ihm das Chaos seines inneren Gefühlslebens. Seine persönlichen Seelenlandschaften sollten bei anderen Widerhall erzeugen. Es sollten Bilder „des modernen Seelenlebens“ sein, wie Munch sich selbst ausdrückte.

Es gehört zu den besonderen Herausforderungen in der Kunst, persönliche Gefühle und Erlebnisse in einem Kunstwerk prägnant auszudrücken. Munch hatte eine relativ kurze künstlerische Ausbildung. In vielerlei Hinsicht war er Autodidakt und lernte nur das, was er als wichtig erachtete. Warum haben Munchs Gemälde eine so starke Wirkung auf uns? Dieser Frage geht die Ausstellung Edvard Munch. Zwischen Uhr und Bett nach. Sie zeigt eine Auswahl seiner ergreifendsten Bilder aus 60 Jahren künstlerischem Schaffen. Die Ausstellung konzentriert sich allein auf Gemälde. Weder Grafiken noch Zeichnungen oder Fotografien werden gezeigt. Eine solche Konzentration auf ein Medium ermöglicht eine vertiefte Untersuchung von Munchs Rolle als Maler.

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In chronologischer Reihenfolge bewegen wir uns von Munchs Frühwerk zu Motiven aus den 1890er-Jahren und schließlich zu Munchs Spätwerk aus dem 20. Jahrhundert. In den frühen Bildern kratzt Munch in die bemalte Oberfläche seiner Leinwände, ganz so, als seien sie eine verletzbare Haut. Bei den späteren Bildern verdünnt der Künstler seine Farben mit Terpentin, wodurch seine Ölbilder fast an Aquarelle erinnern. Munch lässt Teile seiner Leinwände unbemalt oder lässt deren Oberfläche durch dünne Farbschleier hindurchschimmern. In den späten Bildern aus dem 20. Jahrhundert werden Munchs Farben intensiver. Der Pinselstrich wird zu einem selbstständigen, ausdruckstragenden Element. Im Gang durch Munchs Karriere als Maler wird deutlich, wie breit sein Repertoire an
Ausdrucksmitteln war. Das zeigt sich nicht zuletzt anhand der Wiederholung älterer Motive, die der Künstler zum Experimentieren mit neuen Techniken und Ausdrucksmöglichkeiten nutzte.

Im Zusammenspiel mit Munchs formalen Experimenten werden seine Bilder fast immer von einer inneren Dramatik und Theatralik getragen. Das können mitunter auch innere Dramen sein, etwa in Munchs spätem Selbstporträt. Zwischen Uhr und Bett, das der Ausstellung ihren Titel gibt.

Bei der Ausstellung handelt es sich um eine Kooperation zwischen Munch-Museum, San Francisco Museum of Modern Art und Metropolitan Museum in New York.