MONDAUFGANG MARLENE DUMAS & EDVARD MUNCH

Marlene Dumas gilt als eine der erfolgreichsten Malerinnen der Gegenwart. Sie konfrontiert und verführt zugleich mit ihren ausdrucksvollen figurativen Bildern. Mit dieser Ausstellung schlüpft sie erstmals in die Rolle der Kuratorin, die Edvard Munchs Kunst im Dialog mit eigenen Arbeiten zeigt.

Dumas ist bekannt für ihre visuell starken Bilder. Seit Jahren ist sie von Munch fasziniert: 1981 sah sie im Munch Museum die Lithografie-Serie Alpha und Omega aus dem Jahr 1908. Diese Begegnung öffnete ihr die Augen für die Seelenverwandtschaft zwischen ihr und dem norwegischen Künstler: «Ich wollte selbst immer Liebesgeschichten malen, und ich begriff: In dieser Serie hat Munch genau das viele Jahre vor mir getan». Munch erschuf moderne Liebesgeschichten, nicht nur zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen Mensch und Natur.

Der Grundton der Ausstellung ist von Munchs Alpha und Omega sowie von Dumas‘ neuer Serie Venus und Adonis geprägt, die von Unschuld, Erotik, Einsamkeit, Angst und Tod handelt. Der Titel der Ausstellung ist der Lithografie Mondaufgang entlehnt, in der Alpha und Omega auf die goldene Säule hinausblicken, die der Mond auf das Meer zeichnet. Dumas assoziiert den Mondaufgang mit dem Weiblich-Magischen, zugleich ist er Sinnbild nächtlicher Dunkelheit. Über Munch schreibt sie: «Er versteht die Nacht mit ihren Schatten wirklich. Zugleich ist sein Werk voller Licht.» Die Atmosphäre der Ausstellung ist von ebendiesem Mondlicht geprägt.

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Texte sind ein wichtiger Bestandteil des künstlerischen Schaffens von Munch wie auch Dumas. Beide haben viel über Kunst geschrieben und beschäftigen sich mit Themen wie Liebe oder Tod, die das innere Gefühlsleben des Menschen in den Blick nehmen. Der sprachliche Stil beider Künstler ist außergewöhnlich, da sich Prosa und Poesie in ihm vereinen. «Worte und Bilder sind vom Wesen her meist verschieden, doch beide sind gleich wichtig, und beide sind zweideutig», erläutert Dumas.

Mondaufgang. Marlene Dumas & Edvard Munch bietet die einzigartige Möglichkeit, die Werke zweier herausragender, weltweit bekannter Künstler in ihrem Zusammenspiel zu erleben. Während ihrer Tätigkeit als Kuratorin studierte Dumas Hunderte von Gemälden, Drucken und Zeichnungen der Sammlung des Munch-Museums. Ihre eigenen Arbeiten befinden sich überwiegend in Privatbesitz und wurden bislang nur selten dem öffentlichen Publikum zugänglich gemacht. Die Ausstellung enthält auch ausgewählte Werke von René Daniëls, Dumas’ niederländischem Kollegen. Alle drei Künstler vereint eine ähnliche Herangehensweise an die Malerei als Kunstform. Sie arbeiten mit halbtransparenten Pinselstrichen und lassen Teile der Leinwand unbemalt. «René Daniëls lehrte mich, Munch wirklich zu sehen», erläutert Dumas. Nun gibt sie uns die Möglichkeit, Munch genauso zu sehen, wie sie ihn als Malerin erlebt.