EMMA & EDVARD – LIEBE IN ZEITEN DER EINSAMKEIT

Emma Bovarys Hang zu romantischen Träumereien bewegt sie zu ehelicher Untreue und führt schließlich zu einem tragischen Ende in Flauberts bahnbrechendem Roman Madame Bovary. In einem audiovisuellen Zusammenspiel zwischen Munchs Kunst und Flauberts Text können wir überraschende Verbindungen finden und die beiden Werke aus einer neuen Perspektive betrachten, und – wenn wir es zulassen – auch das eigene Leben und dessen Umstände neu betrachten.

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Zum ersten Mal wird Edvard Munchs Kunst zusammen mit einer umfassenden Videoinstallation ausgestellt. Madame B (2014) wurde von Michelle Williams Gamaker und der international anerkannten Kulturtheoretikerin, Künstlerin und Kuratorin Mieke Bal zusammengestellt, die auch diese Ausstellung kuratiert.

Madame B ist eine moderne Interpretation von Flauberts Roman aus dem Jahr 1856. Mit dem Zusammenspiel von Edvard Munchs Werk und den Videoinstallationen wird Munchs Modernität betont. Durch diese Konfrontation werden wir aufgefordert zu reflektieren, wie wir einander in sozialen Zusammenhängen sehen.

Die Ausstellung besteht aus acht Videoinstallationen und rund 75 Werken aus Munchs Schaffen – hierunter sowohl bekannte Malereien wie auch Grafiken, die selten ausgestellt wurden. Die verschiedenen Säle der Ausstellung sind an Themen wie soziale Einsamkeit und an die filmische Ausdrucksweise geknüpft. Einsamkeit wird oft durch einen Mangel an Kommunikation verursacht und kommt durch unbeholfenes Austauschen von Seitenblicken zum Ausdruck. Die Hochzeit des Bohemiens, eines der großen Werke Edvard Munchs, ist ein gutes Beispiel missglückter Kommunikation. Die Braut ist in ihrer Einsamkeit isoliert, obwohl sie von sieben Männern umgeben ist. Die Malerei wird in der Nähe der Hochzeitsszene in der Videoinstallation Madame B gezeigt, wo wir die frisch verheiratete Emma B. sehen, die sich – traurig und verzweifelt – durch die Gästeschar bewegt, die damit beschäftigt ist, über sie zu lästern. Das direkte (audio-)visuelle Zusammenspiel zwischen Munchs Kunst und Flauberts Text lädt uns dazu ein, unsere eigenen Überlegungen zu machen. Wir werden überraschende Verbindungen finden und die beiden Werke aus einer neuen Perspektive betrachten, und – wenn wir es zulassen – auch das eigene Leben und dessen Umstände neu betrachten. Gleichzeitig zur Ausstellung erscheint auch ein umfassendes Buch von Mieke Bal, das sich mit dem filmischen Aspekt von Munchs Kunst beschäftigt, indem die Autorin Gegenwartskunst mit ihrer eigenen Annäherung an Kunst verknüpft – auf direkte und authentische Weise.  

Kurator

Mieke Bal, internasjonal kulturteoretiker og filmskaper.

Medkurator

Ute Falck, Munchmuseet.